Konzert in der Kirche - Zeitreise durch die Jahrhunderte

Im Rahmen des Weihnachtsmarktes fand am ersten Adventswochenende wieder das traditionelle Konzert in der Kirche des Musikvereins Oberboihingen statt.

Eröffnet wurde das Konzert in der gut besuchten evangelischen BartholomĂ€uskirche von der Jugendkapelle unter der Leitung von Melissa Röckl. Mit der "Concert Fanfare" von Klees Vlak und mit spanischen KlĂ€ngen in "Cataluna - Capriccio Espagnol" von Llano starteten die jungen Musikerinnen und Musiker ihr Programm. NatĂŒrlich durfte im Anschluss mit "Dancing Queen" ein echter Ohrwurm der Gruppe ABBA nicht fehlen. Und zum Abschluss ihres offiziellen Programms brachte die Jugendkapelle die Piratenlegende von Alfred Bösendorfer "Kap Arkona" zu Gehör und stellte damit unter Beweis, wie gut die Musiker der Jugendkapelle harmonieren.
Nach diesem eindrucksvollen Finale der Jugendkapelle durfte eine Zugabe nicht fehlen und dabei standen insbesondere die Schlagzeuger bei "Don't feed the drummers" im Vordergrund und demonstrierten die verschiedenen Instrumente des Schlagzeugregisters.

Den zweiten Teil des Konzerts eröffnete die Stammkapelle unter der Leitung von Dieter Seßler mit der "Renaissance Suite" von Tielmann Susato und die Zuhörer wurden damit in  die Renaissance des 16. Jahrhunderts zurĂŒckversetzt. In dieser Zeit wurde Musik hĂ€ufig zur geselligen Unterhaltung geschrieben und so entstanden damals viele Liebes- und Tanzlieder. Drei dieser TĂ€nze waren in der Suite zu hören. Anschließend entfĂŒhrte die Stammkapelle die Besucher musikalisch in eine Zeit kurz vor Beginn des 17. Jahrhunderts, in der die Menschen hin- und hergerissen waren zwischen Aberglauben und Religion. In eine Zeit, in der zum einen Menschen KrĂ€uter- und Naturheilerinnen als Hexen verschmĂ€hten und zum anderen sich KrĂ€utersĂ€ckchen um den Hals banden, um sich vor dem Teufel zu schĂŒtzen. Mit den KlĂ€ngen von "The Witch and the Saint - Die Hexe und die Heilige" von Steven Reineke wurde den Zuhörern der gleichnamige Roman von Ulrike Schweikert musikalisch erzĂ€hlt.

Tullamore - echte Irlandfans erinnert dieser Name an eine irische Kleinstadt oder an eine bekannte Whiskeymarke - alle anderen Konzertbesucher wurden spĂ€testens nach dem musikalischen Vortrag von "Lord Tullamore" von Carl Wittrock zu Irlandliebhabern, denn wer ist nicht begeistert von irischen KlĂ€ngen und dem rasanten Rhythmus des irischen Stepptanzes ? An eine ganz eindrĂŒckliche Zeit Ende der Achtziger erinnerte  "Glasnost" von Dizzy Stratford. Auf seine eigene Art verbindet das MusikstĂŒck die sowjetische Nationalhymne mit zwei traditionellen russischen Melodien und verdeutlicht die VerĂ€nderungen und die neu gewonnene Freiheit in der russischen Gesellschaft in dieser Zeit. Daraufhin wurde auch von der Stammkapelle mit viel Applaus eine Zugabe eingefordert, die sie mit "We are the world" auch gerne prĂ€sentierte.

Einen Vorgeschmack auf die Adventszeit gab Pfarrerin Dorothea Gölz-Most mit einer schönen Geschichte um einen LokfĂŒhrer, der nach seiner letzte Fahrt vor seinem Ruhestand von allen ZuggĂ€sten eine Blume ĂŒberreicht bekommen hatte und damit eine ganz einmalige Überraschung als LokfĂŒhrer erleben durfte. Vielleicht gönnen wir uns ja auch in der manchmal hektischen Vorweihnachtszeit ein paar extra Minuten fĂŒr uns oder auch unsere Mitmenschen, um ihnen eine besondere Freude zu machen. Und unter diesem Eindruck lĂ€uteten zum Abschluss Musiker und Besucher gemeinsam mit "Tochter Zion" die Adventszeit ein.

 

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