Abschiedskonzert fĂĽr Dirigent Dieter Sessler

Am Samstag vor dem ersten Advent fand im Rahmen des Oberboihinger Weihnachtsmarktes traditionell das Konzert in der Kirche des Musikvereins statt. In der gut besuchten Bartholomäuskirche eröffnete die Jugendkapelle, unter neuer Leitung von Benedikt Strambach, den ersten Teil des Programmes mit „Czardas“ von Jacob de Haan. „Czardas“ bezeichnet unter anderem eine traditionelle ungarische Tanzform, die erst ein langsames Tempo hat, das sich später steigert. Daraufhin folgte der dem Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky gewidmete „Radetzky Marsch“ von Johann Strauss. Vor einer begeistert eingeforderten Zugabe waren noch die Klänge des „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms zu hören. Die Jungmusiker bewiesen an diesem Abend mal wieder, wie viel SpaĂź gemeinsames Musizieren machen kann und welche tollen Erfolge man mit einem Probenwochenende erzielen kann.  

Nach einer kurzen Umbaupause folgte der zweite Teil des Programmes mit der Stammkapelle unter der Leitung von Dieter Seßler. Für die Musiker der Stammkapelle und für den Dirigenten selbst war dies ein sehr bedeutsamer Abend, denn es war das Abschiedskonzert von Dieter Seßler nach 10-jähriger Dirigententätigkeit in Oberboihingen. Aus diesem Grunde waren auch einige Highlights aus den Konzerten der letzten 10 Jahre zu hören. Das erste Highlight war „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan. Dieses Musikstück aus dem Jahre 2006 verbindet mit Barock, Pop und Jazz drei verschieden Epochen bzw. Stilrichtungen. Die würdevolle Einleitung klingt wie eine barocke Ouvertüre. Es folgt ein energischer Abschnitt im Pop-Stil, der in einem charaktervollen Adagio ausläuft. Auch ein Swing-Teil darf nicht fehlen, bevor das Stück stimmungsvoll endet.

Der berührende und schwungvolle Sound des nächsten Stückes hat den Musikern in einem Konzert der letzten Jahre so gefallen, dass es wieder aufgelegt wurde – „Omens of Love“ von Hirotaki Izumi. Der Filmklassiker „Sister Act“ aus dem Jahr 1992 ist wohl vielen bekannt, ebenso die Geschichte am Schwester Deloris. Whoopi Goldberg alias Schwester Deloris bringt mit ihrer forschen, etwas ungehobelten, aber herzlichen Art Schwung in das Leben des Klosters und der Kirchengemeinde. Ihre Botschaft, dass dem Herrn nicht nur mit Ernst und Andacht gedient werden kann, zeigt der fröhliche Soultitel „I Will Follow Him“. Die Musiker spielten dieses Stück von J.W. Stole und Del Roma mit sehr viel Spaß und Können.

Danach folgte die „Yorkshire Ballad“, eine im Jahre 1984 von James Barnes komponierte Ballade. Die Uraufführung des Stückes fand bei einer Dirigententagung in Kansas statt. Seit der Veröffentlichung 1985 wurde „Yorkshire Ballad“ zu einem der bekanntesten und beliebtesten Werke des amerikanischen Komponisten. Oft wird der Komponist gefragt, welches Bild er beim Komponieren der Ballade vor Augen hatte. Seine Antwort beschreibt die Klänge der Melodie perfekt – „Nun, ich dachte an die wunderschönen Täler in Yorkshire in Nordengland, an die grünen Hügel und das schier endlose Weideland, die meine Frau und ich so liebten, als wir durch dieses herrliche Fleckchen Erde reisten.“

Nach dieser sehr gefühlvollen Ballade wurde es wehmütig – Dieter Seßler wurde mit einer tollen Rede voller Dank und Anerkennung für die letzten 10 Jahre von dem Vorsitzenden Michael Trippner verabschiedet und sein Nachfolger Sebastian Hoiß begrüßt.

Im Anschluss daran verabschiedete sich Dieter Seßler von den Musikern der Stammkapelle mit dem Stück „Oregon“ von Jacob de Haan musikalisch. Zum Abschluss seiner Dirigententätigkeit in Oberboihingen startete Dieter Seßler mit den Musikern nochmals auf eine abenteuerliche Zugfahrt durch die faszinierende Landschaft Oregons, einer der nordwestlichsten Staaten Amerikas. Langsame Themen, gepaart mit Variationen in Western- und Rockrhythmen und melodiösen Passagen sind nur einige der Elemente, die diese Reise so spannend und abwechslungsreich gestalten.

Bevor mit den Klängen zu „Macht hoch die Tür“ der Advent musikalisch eingeläutet wurde, gab es noch einige Worte des Dankes. Diese gingen an die evangelische Kirchengemeinde für die Überlassung der Kirche und an das Publikum. Ein besonderer Dank ging an die beiden Dirigenten Benedikt Strambach und Dieter Seßler, die mit Begeisterung und Geduld mit den Musikern beider Orchester dieses Konzert vorbereitet hatten.