Aktuell„Pop Meets Classic“

„Pop Meets Classic“

„Coldplay“ in Oberboihingen? Ein Abend zwischen Klassik und Pop

Wer beim Namen „Coldplay“ an ausverkaufte Stadien denkt, rieb sich in der Oberboihinger Gemeindehalle verwundert die Augen – und spitzt die Ohren. Doch eins nach dem anderen: Der Saal ist sehr gut gefüllt, das Ambiente verspricht einen Abend der Kontraste. Auf den Tischen mischen sich kleine Violinen und Trompeten mit klassischen Notenblättern, während daneben Schallplatten und stilisierte Notenschlüssel für modernes Flair sorgen.

Dieses Zusammenspiel spiegelt sich nicht nur in der Dekoration, sondern auch auf den Tellern wider. Die Gäste genießen schwäbische Klassiker, während als Kontrast auch Freddy Mercurys Lieblings-Linsensuppe serviert wird. Es ist offensichtlich: In Oberboihingen verschmelzen an diesem Abend die Welten. Klassische Musikliteratur trifft auf die Energie der Pop-Geschichte.

Der Vorsitzende Sven Grundler begrüßt die vielen Gäste, darunter auch die Vertreter der örtlichen Vereine und Institutionen und Bürgermeister Ulrich Spangenberg, zu einem fulminanten Konzert unter dem Motto „Pop meets Classic“. 

Den musikalischen Auftakt gestaltete das Jugendorchester unter der Leitung von Melissa Wagner. Die jungen Musikerinnen und Musiker präsentierten eindrucksvoll, was sie seit ihrem Probenwochenende Anfang November in Bad Urach eingeübt hatten. Mit viel Spielfreude führten Mozart höchstpersönlich und eine junge Musikerin aus unserer Zeit charmant durch das Programm. Das Moderations-Duo begleitete die Jugendkapelle auf einer Tour, bei der sie auf musikalische Weggefährten ihrer Zeit trafen.

Dabei bot das junge Orchester eine glänzende Mischung aus Klassik und Pop: Erhabene Klänge wie der „Festal March“ aus Händels Oper „Rinaldo“, Rossinis berühmte Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ und Auszüge aus Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ standen in spannendem Kontrast zu modernen Klassikern. Ob die emotionale Filmballade „My heart will go on“, Abbas Disco-Hymne „Dancing Queen“ oder das schwungvolle „Meet the Flintstones“ – die Bandbreite beeindruckte das Publikum sichtlich.

Die Zuschauer zeigten sich sowohl von der schauspielerischen Leistung der Moderatoren als auch von der musikalischen Qualität des Orchesters begeistert. Nach dem offiziellen Teil forderte der Saal mit tosendem Applaus eine Zugabe ein. Mit den feierlichen Klängen von Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ verabschiedete sich das Jugendorchester schließlich unter großem Beifall von der Bühne.

Wenn Musikprofessor Zarathustra alias Timo Hertl und sein gelehriger Schüler Max (Max Büttner) im zweiten Teil des Abends die Türen ihrer fiktiven Musikschule öffnen, ist ein außergewöhnlicher Konzertabend garantiert. Das Stammorchester unter der versierten Leitung von Marco Mayer lud zu einer packenden Reise ein, die die Grenzen zwischen E- und U-Musik spielerisch auflöste.

Schon der Auftakt war monumental: Mit den markanten Klängen von Richard Strauss’ „Also sprach Zarathustra“ und der kraftvollen Ouvertüre aus Verdis „Nabucco“ setzte das Ensemble ein klassisches Ausrufezeichen. Doch der Ernst hielt nicht lange an: Passend zur humoristischen Moderation, bei der eine Putzfrau kurzerhand die Noten vom Notenpult fegte, präsentierte das Orchester mit „Let’s go classic“ ein charmant durcheinandergewirbeltes Medley klassischer Ohrwürmer im modernen Gewand.

Ein kleiner „Skandal“ in der Musikschule sorgte für französisches Flair: Schüler Max schwänzte den Unterricht, um im Straßencafé in Nizza den großen Chansonniers zu lauschen. Das Publikum profitierte davon, als das Orchester mit dem Potpourri „Vive la France“ die Sehnsucht nach Südfrankreich weckte. Evergreens wie „Non, je ne regrette rien“ und „Les Champs-Elysées“ ließen die Zuhörer von einem sorgenfreien Urlaub träumen, bevor das Orchester im nächsten Stück bei „Frank Sinatra Classics“ in den Big-Band-Modus schaltete. Mit Bravour setzten die Musiker Sinatras Evergreens wie „New York, New York“, „Fly me to the moon“ und „My way“ auch in Solostellen glanzvoll in Szene.

Das emotionale Highlight folgte jedoch mit den Klängen der britischen Pop-Giganten von Coldplay. Da die Band für 2026 bisher keine Europa-Termine bestätigt hat, holte das Orchester die Stadion-Atmosphäre kurzerhand nach Oberboihingen. „Coldplay in Symphony“ sorgte mit Titeln wie „Viva La Vida“ und „A Sky Full of Stars“ für echtes Gänsehaut-Feeling.

Zum Finale verschmolzen die Genres endgültig: John Miles’ Hymne „Music“ und Queen’s Meisterwerk „Bohemian Rhapsody“ bildeten den dramatischen Höhepunkt, der die perfekte Symbiose aus Rock-Rhythmik und orchestralem Glanz feierte. Erst nach einem fulminanten „Can-Can“ von Jacques Offenbach, begleitet von glitzerndem Konfettiregen und rhythmischem Klatschen der Zuhörer, entließ ein begeistertes Publikum die Musiker in den verdienten Feierabend.

An dieser Stelle möchten wir uns bedanken bei allen Beteiligten, die dieses unvergessliche Konzert vorbereitet haben:

  • beim Küchenteam, das für die gute Bewirtung gesorgt hat
  • beim Albverein Oberboihingen, der am Abend den Küchendienst übernommen hat
  • beim Deko-Team, das die Halle geschmackvoll dekoriert hat
  • bei Sarah Stöckle, Lorena Anderson, Timo Hertl und Max Büttner für die grandiose schauspielerische Leistung bei der Moderation
  • bei den Musikerinnen und Musikern, die in den vergangenen Wochen und bei einem Probenwochenende dieses Programm in konzentrierter Form geübt haben
  • und besonders bei unseren beiden Dirigenten Melissa Wagner und Marco Mayer, die das Programm mit uns eingeübt haben, auf präzise Rhythmik geachtet haben und mit uns den musikalischen Charakter der einzelnen Musikstücke erarbeitet haben.

Einen besonderen Dank gilt auch unseren Sponsoren, die unsere Tombola am Abend mit attraktiven Preisen und Geldspenden unterstützt haben. Es sind:

Gasthof und Restaurant Linde, Bäbber’s, Sport-Alm, Gasthaus Fass, Autohaus Keuerleber, Torbau und Holzbau Layh, Esso-Station Letsche, Vollmers Hofwaren, Fliesenleger Dietmar Besemer, Ingenieurbüro Jens Erne und Kunststoffverarbeitung Strayle.

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